SchuldnerAtlas 2021: Trotz sinkender Überschuldungsquote steigt der finanzielle Stress

SchuldnerAtlas 2021: Trotz sinkender Überschuldungsquote steigt der finanzielle Stress

In Deutschland sind immer weniger Menschen überschuldet. Die Überschuldungsquote sinkt um 1,01 Prozentpunkte auf 8,86 Prozent und damit erstmals unter die Neun-Prozent-Marke.

Damit hat sich die Zahl der überschuldeten Privatpersonen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um rund 700.000 Fälle (- 10,1 Prozent) auf 6,16 Millionen verringert. Laut dem SchuldnerAtlas der Creditreform Boniversum gelten somit nur noch 3,08 Millionen Haushalte als überschuldet und nachhaltig zahlungsgestört. 

Überschuldungsquote in Deutschland ist auf 8,86 Prozent gesunken

Die negativen Befürchtungen des letzten Jahres sind damit nicht eingetreten. Die Gründe dafür sind die anhaltenden staatlichen Hilfsmaßnahmen, die die schlimmsten sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie abgemildert haben. Zudem haben viele Verbraucher und Verbraucherinnen mit Ausgabenvorsicht und Konsumzurückhaltung auf die ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie reagiert. 

„Die sinkende Überschuldungsquote ist eine gute Nachricht“, kommentiert Dr. Ralf-Michael Schmidt, Co-Gründer des Berliner Fintechs Fabit das Ergebnis des SchuldnerAtlas. „Allerdings ist ungewiss, ob sich der Positivtrend auch künftig fortsetzen wird. Es ist möglich, dass sich die wirtschaftliche Lage für viele Menschen im nächsten und übernächsten Jahr verschlechtern wird. Ein Grund dafür ist unter anderem ein geringeres Haushaltsnettoeinkommen durch Kurzarbeit oder Jobverlust.“ Das belegen auch die Zahlen: Arbeitslosigkeit ist mit 19,4 Prozent nach wie vor Hauptüberschuldungsgrund. Von den Hauptauslösern für Überschuldungsprozesse hat zudem der Auslöser ‘längerfristiges Niedrigeinkommen’ zugenommen (2020: 9,6 Prozent, 2021: 11,0 Prozent). 

Finanzieller Stress hat für Betroffene gravierende Folgen

Auch wenn sich die Zahl der überschuldeten Personen generell verringert hat, ist noch immer ein knappes Drittel (32,4 Prozent) der Haushalte von Einkommenseinbußen betroffen. Und das hat gravierende Folgen. Rund ein Drittel (32,9 Prozent) der Verbraucher und Verbraucherinnen befürchten, in den nächsten zwölf Monaten als Folge der Corona-Pandemie, regelmäßige oder außergewöhnliche Verbindlichkeiten des Haushaltes nicht bezahlen zu können. Vor einem Jahr sorgte sich deswegen nur jede*r Vierte. 

„Solche Ängste und Sorgen führen zwangsläufig zu mehr finanziellem Stress bei den Menschen. Immer mehr geben an, diesen zu spüren“, sagt Schmidt. Das belegen auch die Zahlen der Creditreform: Im Oktober dieses Jahres gab jede*r Zweite (47,1 Prozent) an, finanziellen Schuldenstress zu haben. Im Vergleich zum April 2021 ist das ein Plus von 4,1 Prozentpunkten. „Die Auswirkungen von finanziellem Stress sind vielfältig und belasten sowohl das private als auch das berufliche Umfeld. Viele Betroffene leiden unter Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Angstzuständen, Kopfschmerzen oder gar Depressionen. Aber auch soziale Isolation ist eine Folge. Im beruflichen Kontext führt finanzieller Stress unter anderem zu Produktivitätsverlust und einem Anstieg von Krankheitstagen.“

Laut Zahlen der OECD von 2020 empfinden 42 Prozent der Europäer finanziellen Stress. Der neu erschienene SchulderAtlas deutet darauf hin, dass diese Zahlen weiter steigen dürften und dies in Deutschland nachweislich bereits getan haben. 

Gesunde Geldgewohnheiten helfen, finanziellen Stress zu reduzieren

Um dem finanziellen Stress zu begegnen und ihn abzubauen, hilft es, wenn Betroffene ihr eigenes Ausgabeverhalten hinterfragen. Dabei spielen vor allem die eigenen finanziellen Gewohnheiten eine wichtige Rolle. Die kostenlose Fabit-App unterstützt Verbraucher und Verbraucherin dabei, langfristig durch kleine Schritte ungesunde Verhaltensweisen in gesunde Gewohnheiten zu ändern. 

Die Fabit-App vereint das klassische Haushaltsbuch mit einer Mischung aus aktiver finanzieller Hilfe, Finanzbildung und gewohnheitsverändernden Bestandteilen wie Challenges und einer Community, in der sich Nutzer austauschen können. Zusätzlich gibt es in Fabit aktive Hilfe bei der Budgetverwaltung, eine Übersicht über Verbindlichkeiten und Unterstützung bei der Gläubigerkommunikation. Die Fabit-App ist ein digitaler Coach für den besseren Umgang mit Geld und begleitet die Nutzer und Nutzerinnen aktiv im Alltag. 

„Gewohnheiten zu verändern ist schwierig und ein langfristiger Prozess. Motivation ist dabei ein wichtiger Faktor“, erklärt Schmidt. In der Fabit-App können sich Nutzer und Nutzerinnen in einer geschlossenen Community über ihre Erfahrungen, Erfolge und Schwierigkeiten austauschen. „Um Gewohnheiten zu ändern, ist es gut, wenn man über diesen Veränderungsprozess reden kann. Es tut einfach gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die in einer ähnlichen Situation sind oder waren, wie man selbst.“

Neben dem verhaltenswissenschaftlichen Ansatz vermittelt Fabit zudem das für den Alltag notwendige Finanzwissen in kleinen verständlichen Portionen. „Wir unterstützen die im SchuldnerAtlas geäußerte Forderung nach mehr Finanzbildung. Denn dass mehr finanzielle Bildung notwendig ist, hat nicht zuletzt die Studie ‘Finanzwissen in Deutschland’ der Finanztip Stiftung gezeigt“, resümiert Schmidt.

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Über Fabit

Fabit ist eine App zur Optimierung von finanziellen Gewohnheiten. Sie richtet sich an Menschen, die ihre Finanzen besser managen wollen, um nachhaltig ein finanziell gesundes und entspanntes Leben führen zu können. „Fabit“ leitet sich ab vom englischen „Financial Habit” – finanzielle Gewohnheit. Die hinter Fabit stehende Fabit GmbH wurde 2021 von Dr. Ralf-Michael Schmidt, Robert Heim und Susanne Krehl in Berlin gegründet. 

Pressekontakt

Julia Ptock | Telefon:  +49 (0) 176 637 419 85 | presse@fabit.app