Wann und wie kann ich etwas auf Raten kaufen?

Wann und wie kann ich etwas auf Raten kaufen?

Wer kennt es nicht? Das Handy geht kaputt. Man braucht ein Neues. Das Handy zusammen mit einem Vertrag auf Raten zu kaufen, ist heute Standard und wird von den Telekommunikationsanbietern als erste Option angeboten. Will man sein Handy gleich komplett bezahlen, muss man dies extra auswählen. Der Ratenkauf klingt verlockend. Was sind schon 20 € für das neue iPhone? Noch dazu mit 0%-Finanzierung. Das Handy wird also keinen Cent teurer, egal, ob man es nun gleich bezahlt oder in 20€-Raten abstottert. 

Gleiches gilt für Waschmaschinen, Fernseher und alle Arten von Konsumausgaben. Einige Zahlungsdienstleister bieten den Ratenkauf mittlerweile als Standard an. Man zahlt nicht gleich bei Kauf den vollen Preis, sondern in 4 Raten, zahlbar alle zwei Wochen. Längst kann man nicht mehr nur teure Elektronik oder Möbel auf Raten kaufen. Auch bei Alltagsprodukten wird die Zahlung in Raten angeboten, egal ob im Einzelhandel oder im Online-Shop.

Wie funktioniert ein Ratenkauf?

Bei der Zahlung auf Raten zahlst du nicht sofort den ganzen Betrag. Stattdessen vereinbarst du mit dem Händler einen Zeitraum und einen Betrag für die Höhe der Raten. Zum Beispiel kaufst du etwas für 100 Euro und zahlst diese dann in 5 Raten in Höhe von 20 Euro. Die Ware bekommst du sofort. Die 20 Euro zahlst du jeden Monat bis die 100 Euro abgezahlt sind.

Der Ratenkauf ist eine Art Kredit und es kann sein, dass du zusätzlich zum Kaufpreis noch Zinsen zahlen musst. Achte also darauf, ob Zinsen anfallen oder der Gesamtkaufpreis höher ist, wenn du etwas auf Raten kaufst, statt es gleich vollständig zu bezahlen.

Meistens wird der Ratenkauf nicht direkt von dem Händler angeboten, bei dem du etwas kaufst, sondern bei einem Drittanbieter, wie z.B. Klarna oder RatePay. Der Händler arbeitet mit diesen Dienstleistern zusammen, weil er nicht selbst das Risiko tragen möchte, dass du unter Umständen nicht zahlen kannst.

Deine Bonität wird geprüft

Wenn du dich für einen Ratenkauf entscheidest, findet im Hintergrund eine Prüfung deiner Bonität statt. Davon bekommst du meistens nichts mit. Die Daten, die du vor der Auswahl der Zahlungsart eingegeben hast, also dein Name, Geburtsdatum und Adresse werden mit den Daten, die eine Auskunftei über dich und dein Zahlungsverhalten gespeichert hat, abgeglichen.

Mehr über Auskunfteien: Was ist eigentlich Bonität und welche Daten hat die Schufa über mich?

Auch die jetzige Anfrage zu einem Ratenkauf wird bei der Auskunftei gespeichert. Alle Anfragen und eingelieferten Daten tragen zu deinem Bonitätsscore bei. Erst einmal ist eine Anfrage für einen Ratenkauf ein Negativmerkmal. Zahlst du deine Raten jedoch immer vollständig und pünktlich, kann der Ratenkauf nach und nach zum Positivmerkmal für deine Bonität werden.

Was passiert, wenn ich nicht zahle?

Die Raten deines Ratenkaufs müssen regelmäßig und vollständig von dir gezahlt werden. Gerätst du damit in Verzug ist dies ein negativer Faktor für deine Bonität, die bei Auskunfteien gespeichert wird. 

Manchmal wundert man sich nach einem Ratenkauf, von wem man Rechnungen erhält, da du beim Einkauf gar nicht merkst, dass die Zahlung über einen Dienstleister erfolgt. Dann bekommst du deine Rechnung manchmal nicht mehr vom Online-Shop, sondern von dem Dienstleister, der den Ratenkauf abwickelt. Wenn dir der Name des Dienstleisters nichts sagt, kann es sein, dass du denkst, hier sei ein Fehler aufgetreten und du hast doch bei dieser Firma nie etwas gekauft. Schau dir die Rechnung genau an: Dort stehen alle Details zu deinem Einkauf und wofür du die Rechnung bekommst. Du kannst auch bei dem Unternehmen nachfragen, von dem du die Rechnung oder Mahnung bekommen hast. Sie können dir sagen, bei welchem Anbieter du etwas gekauft hast und zu welcher Rechnung die Forderung gehört.

Ist der Ratenkauf sinnvoll für mich?

Wann eine Zahlung auf Raten sinnvoll ist und wann du es lieber lassen solltest, kannst du von Fall zu Fall entscheiden. Es kann sinnvoll sein, Online-Einkäufe per Rechnung zu bezahlen, wenn du erwartest, dass du einen großen Teil der bestellten Sachen zurückschicken wirst. Wenn du also verschiedene Hosen oder Oberteile bestellst und wahrscheinlich nur einen Teil behalten wirst, ist der Kauf auf Rechnung eine gute Option, weil du nach dem Anprobieren nur die Teile bezahlst, die du auch behalten möchtest.

Der große Vorteil des Ratenkaufs ist Flexibilität bei der Bezahlung. Du kannst dir jetzt etwas kaufen, für das du das Geld eigentlich nicht hast. Dabei solltest du dich auf wirklich wichtige Dinge beschränken: Eine Waschmaschine, ein Kühlschrank oder ein Computer können solche Dinge sein. Auch der Ratenkauf eines Autos kann sinnvoll sein, wenn du es benötigst, um zur Arbeit zu kommen. Der Computer ist es allerdings nur, wenn du ihn zur Arbeit oder Arbeitssuche brauchst. Auf einen Computer zum Zocken kannst du auch etwas länger sparen.  Mach dir Gedanken darüber, ob du die Anschaffung wirklich zum Leben brauchst. Sei ehrlich zu dir selbst, ob der Kauf für dein berufliches Fortkommen oder dein tägliches Leben wirklich notwendig ist.

Flexibel zu sein bedeutet aber auch, dass du einen Überblick behalten musst, welche Rechnungen und Raten noch bezahlt werden müssen. Fällt es dir also leicht, offene Rechnungen pünktlich zu bezahlen, kannst du über einen Ratenkauf nachdenken. Neigst du dazu, deine finanziellen Möglichkeiten zu überschätzen? Vergisst du leicht, welche anderen Ausgaben noch anstehen? Zahlst du deine Rechnungen oft unpünktlich? Dann versuche Ratenkäufe zu vermeiden und spare lieber bevor du dir etwas kaufst. Ratenkäufe sind ein hohes Risiko für dich, in die Überschuldung zu rutschen.

Risiken des Ratenkaufs

Wenn du deine Finanzen noch nicht richtig organisiert hast, können Ratenkäufe schnell zu Problemen führen. Viele Menschen zahlen die ersten Raten noch pünktlich, bekommen aber nach zwei, drei Monaten Probleme. Händler und Zahlungsdienstleister verdienen gut an diesem Verhalten. Zahlst du nämlich nicht rechtzeitig, kommen Mahnungen und Mahngebühren. So kann der Ratenkauf schnell teuer werden.

Wenn du dir nicht absolut sicher bist, die Raten pünktlich zahlen zu können, und denkst: „Das wird schon irgendwie werden“ ist der Ratenkauf nichts für dich. Denn die Risiken bei einer Ratenzahlung sind hoch. Auch wenn es erst einmal toll klingt, jetzt etwas zu bekommen und erst später zahlen zu müssen, darfst du dich nicht selbst überschätzen. Verschiedene Ratenzahlungen zu koordinieren, kann schnell schwierig werden. 50 Euro im Monat erscheinen erst einmal nicht viel, aber wenn du drei mal 50 Euro und eine Nebenkostennachhzahlung stemmen musst, könnte dich das überfordern. Kannst du nicht pünktlich zahlen, hat dies wiederum Einfluss auf deine Bonität. Die nächste Ratenzahlung oder auch die nächste Wohnung zu bekommen wird dann schwieriger. Oder deutlich teurer. Generell sollte die Zahlung auf Raten nur bei kurzfristigen finanziellen Engpässen und wirklich wichtigen Anschaffen gewählt werden und der Ausnahmefall bleiben.