Wann darf ich mir etwas hinzuverdienen?

Wann darf ich mir etwas hinzuverdienen?

Nicht immer darf man sich etwas hinzuverdienen, ohne dass das Auswirkungen auf das Haupteinkommen hat. Unter welchen Voraussetzungen du ein Nebeneinkommen haben darfst, hängt von der Art deines Haupteinkommens, von deinem Wohnort und manchmal noch von weiteren Faktoren ab. Wir geben dir hier eine allgemeine Übersicht, worauf du achten solltest. Informiere dich in jedem Fall vorab, worauf du in deinem speziellen Fall achten solltest. 

Angestelltenverhältnis

Wenn du angestellt bist, kann es sein, dass in deinem Arbeitsvertrag Regelungen zu Nebeneinkünften sind. Sobald du dir ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis neben deinem Hauptjob suchst, musst du deinen Arbeitgeber über diesen Zweitjob informieren. Der Zweitjob sollte dein Hauptarbeitsverhältnis nicht beeinträchtigen. Wenn du in Lohnsteuerklasse 1 bist, wird der Zweitjob mit Lohnsteuerklasse 6 versteuert.  Das bedeutet, dass du erst einmal recht viele Steuern zahlst, dir die zuviel gezahlten Steuern aber mit der Steuererklärung zurückholen kannst. Nebengewerbe unter der Kleinunternehmerregelung, Ehrenämter und das Verkaufen von Dingen über Kleinanzeigen sind kein Problem, wenn du Angestellter bist. 

Arbeitslosengeld 1

Beziehst du aktuell Arbeitslosengeld 1 liegt deine Zuverdienstgrenze bei einem Freibetrag von 165 Euro im Monat. Wichtig ist außerdem, dass du deinem Nebenjob, bevor du ihn beginnst, bei der Bundesagentur für Arbeit anmeldest. Bis zu der  165€-Grenze hat das Gehalt aus deinem Nebenjob oder Ehrenamt keine Auswirkungen auf dein Arbeitslosengeld. Liegt der Nebenverdienst über dieser Grenze, wird das  Arbeitslosengeld gekürzt. Aber nicht alle Nebenverdienste sind relevant für das Arbeitslosengeld 1. Einkünfte wie zum Beispiel Mieteinnahmen und Zinsen werden nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Der Freibetrag für den Zuverdienst kann außerdem durch Werbungskosten erhöht werden. Wenn du also z.B. Fahrtkosten hast, kannst du diese angeben und dein Freibetrag erhöht sich entsprechend. 

Arbeitslosengeld 2

Nebeneinkommen jeglicher Art wird ab einem Betrag von 100€ auf dein Arbeitslosengeld 2 angerechnet – die Freibeträge können sich aber bei steigendem Einkommen auch erhöhen. Sprich am besten mit deinem Berater um Klarheit zu haben. Bei ALG2 ist es außerdem wichtig, mit wem du zusammenlebst, denn auch das Einkommen deines Partners/deiner Partnerin oder eines Familienmitgliedes kann auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden. Nur mithilfes des ALG2-Satzes finanzielle Probleme zu bewältigen ist schwierig bis unmöglich. Sollte es absehbar sein, dass deine Einkommenssituation sich nicht ändert, empfehlen wir dir, dass du dich mit einem Schuldnerberater zusammensetzt und auch die Möglichkeit einer Privatinsolvenz durchsprichst. 

Elterngeld

Wenn du in Elternzeit bist, kannst du bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten. Allerdings gibt es keine Freibeträge und jedes Nebeneinkommen wird auf das Elterngeld angerechnet. Das bedeutet, dass du dein Einkommen während der Elternzeit nicht erhöhen kannst. Ein Nebenjob während des Elterngeldbezugs lohnt sich finanziell meist nicht. 

BAföG

Wenn du BAföG beziehst, darfst du etwas dazuverdienen. Auch hier gibt es Grenzen. Generell gilt: Du solltest neben dem BAföG nicht mehr als 5400€ pro Jahr hinzuverdienen. Ob du diese Summe in wenigen Wochen oder über das ganze Jahr verteilt verdienst, ist dabei unerheblich. Aufpassen musst du hier mit deiner Krankenversicherung, da es sein kann, dass du nicht mehr im Familientarif versichert sein kannst, wenn deine Einnahmen zu hoch sind. Außerdem ist wichtig, dass grundsätzlich dein Studium im Vordergrund steht und du dich nicht zu sehr auf das Arbeiten konzentrierst. Die Förderungshöchstdauer von BAföG ist grundsätzlich an Deine Regelstudienzeit gekoppelt.

Sonstige Arten von Einkommen

Natürlich gibt es sehr viele Arten von Einkommen. Die gängigsten haben wir oben aufgelistet. Aber du kannst auch Empfänger eines Stipendiums sein, gar kein Einkommen haben und von gelegentlichen  Zuwendungen von Verwandten leben, Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung haben oder dein Einkommen aus Dividenden von Aktien bestreiten. Egal, welche Art von Einkommen du hast, informiere dich bitte, welche sozial-, steuer- und versicherungsrechtlichen Konsequenzen die Aufnahme einer weiteren Tätigkeit für dich hat.